Stadtentwicklung in Letmathe
Die Entwicklung neuer Quartiere gehört zu den zentralen Aufgaben moderner Stadtentwicklung. Auch im Iserlohner Stadtteil Letmathe entsteht derzeit mit dem MarienQuartier ein Projekt, das beispielhaft für dieTransformation ehemaliger innerstädtischer Flächen steht. Auf dem rund 12.000 Quadratmeter großen Gelände des früheren Marienhospitals soll ein lebendiges, gemischt genutztes Quartier entstehen, das Wohnen, soziale Infrastruktur und Lebensqualität miteinander verbindet.
Das Marienhospital war über viele Jahrzehnte hinweg ein zentraler Bestandteil der lokalen Versorgungsstruktur und zugleich ein identitätsstiftender Ort für die Bevölkerung. Mit der Schließung des Krankenhauses im November 2019 entstand zunächst große Unsicherheit über die Zukunft des Gebäudekomplexes und der angrenzenden Flächen. Inzwischen hat sich jedoch auf Initiative der katholischen Kirchengemeinde St. Kilian, der Märkischen Kliniken und der STADTprojekt eine klare Perspektive für die städtebauliche Entwicklung des Areals herausgebildet.
Unter der Leitung der städtischen Tochtergesellschaft STADTprojekt Iserlohn GmbH laufen derzeit die Rückbauarbeiten auf dem Gelände. Nachdem im Januar 2026 zunächst die Entkernung der Gebäude begonnen hatte, folgten im Februar weitere sichtbare Schritte der Transformation. Die zum Krankenhaus gehörende Marienkapelle wurde profaniert, kurz darauf starteten die eigentlichen Abrissarbeiten der Bestandsgebäude.
Der Abschied vom Krankenhaus fällt vielen Letmatherinnen und Letmathern dennoch weiterhin schwer. Zu eng sind die persönlichen Erinnerungen an den traditionsreichen Standort. Um diese Geschichte nicht vollständig verschwinden zu lassen, soll auch im neuen Quartier an die Vergangenheit erinnert werden. Geplant ist unter anderem, die Friedensglocke des Krankenhauses im Zentrum des zukünftigen Quartiers zu erhalten und damit einen sichtbaren Bezug zur Geschichte des Ortes zu schaffen.
Der Rückbau der bestehenden Gebäude soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Parallel dazu wird das Bebauungsplanverfahren vorangetrieben, das die Grundlage für die zukünftige Nutzung des Areals bildet. Insgesamt ist die Errichtung von etwa 60 bis 80 Wohneinheiten vorgesehen, ergänzt um soziale und medizinische Angebote. Entlang der Hagener Straße ist ein mehrgeschossiger Miet- und Eigentumswohnungsbau geplant. Dieser soll durch gesundheitsnahe Nutzungen ergänzt werden. Im südlichen Bereich des Areals in Richtung Lindenstraße sind dagegen Einfamilien- und Doppelhäuser vorgesehen, die insbesondere Wohnen für junge Familien ermöglichen sollen.
Darüber hinaus sieht das Entwicklungskonzept auch Raum für ergänzende gewerbliche Nutzungen vor. Vorwiegend Einrichtungen aus kulturellen, gesundheitlichen oder sportlichen Bereichen können sich perspektivisch im Quartier ansiedeln. Entsprechende Anfragen werden von der STADTprojekt Iserlohn GmbH unter www.stadtprojekt.com entgegengenommen. Die Lage des künftigen MarienQuartiers gilt dabei als besonderer Standortvorteil. Das Gebiet befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Letmather Innenstadt und verfügt über eine gewachsene städtische Struktur mit guter Versorgungs- und Verkehrsanbindung. Gleichzeitig eröffnen die vorhandenen Straßenräume und Grünstrukturen Potenziale für eine hochwertige Quartiergestaltung mit kurzen Wegen und hoher Aufenthaltsqualität.
Für die Stadtentwicklung in Iserlohn besitzt das Projekt daher strategische Bedeutung. Es zeigt, wie innerstädtische Konversionsflächen in attraktive Wohnstandorte transformiert werden können – und wie durch eine enge Kooperation von Stadt und kommunalen Entwicklungsgesellschaften neue urbane Lebensräume entstehen. Das MarienQuartier steht damit exemplarisch für den Strukturwandel vieler Mittelstädte, die ihre Innenstädte durch neue Wohn- und Mischnutzungen langfristig stärken wollen.






