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16.01.15 Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Januar 2015

BMWi-Pressemitteilungen:

" Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Januar 2015

  • Im Jahr 2014 ist die deutschen Wirtschaft im Durchschnitt relativ kräftig um 1,5% gewachsen.
  • Nach einer Stagnationsphase im zweiten und dritten Quartal ist die Konjunktur wieder moderat aufwärts gerichtet. Die Stimmung in den Unternehmen hellt sich auf. Auftragseingänge, Umsätze und Produktion in der Industrie dürften im Jahresendquartal zugenommen haben.
  • Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter positiv. Der Beschäftigungsaufbau setzt sich fort, die Arbeitslosigkeit sinkt. Dies sorgt für steigende Einkommen und stützt den privaten Konsum.
  • Der schwache Euro und der Verfall der Mineralölpreise liefern zusätzliche Impulse.


Im Gesamtjahr 2014 hat sich die gesamtwirtschaftliche Leistung der deutschen Volkswirtschaft relativ kräftig um preisbereinigt 1,5 % und damit wieder deutlich stärker als in den beiden vorangegangenen Jahren erhöht. [1] Die Basis hierfür wurde auf der Nachfrageseite durch den Anstieg der privaten Konsumausgaben gelegt (+1,1 %). Weitere Impulse kamen von den Investitionen in Ausrüstungen (+3,7 %) und Bauten (+3,3 %) sowie vom Außenhandel mit einem Wachstumsbeitrag von 0,4 Prozentpunkten. [2] Nach dem dynamischen Wachstum im Winterhalbjahr 2013/2014 schwächte sich die Konjunktur allerdings ab dem Frühjahr 2014 ab. Vor allem das außenwirtschaftliche Umfeld hatte sich merklich eingetrübt. Zum Jahresende 2014 hat die Erholung wieder verhalten eingesetzt. Die Stimmungsindikatoren haben sich spürbar aufgehellt. Die Auftragseingänge, die Umsätze und die Produktion in der Industrie dürften im vierten Quartal zugenommen haben. Die Beschäftigung ist in den vergangenen Monaten recht dynamisch weiter angestiegen. Der Rückgang der Mineralölpreise wirkt auf die Verbraucherpreise durch und stärkt die real verfügbaren Einkommen. Die Zurückhaltung bei den Investitionen hat sich zwar noch nicht gelegt, die Aufhellung der Geschäftserwartungen in der gewerblichen Wirtschaft verspricht aber Besserung. Insgesamt mehren sich Signale, die für eine sich verstärkende Erholung sprechen.

Auch das Wachstumstempo der Weltwirtschaft, das sich im Sommerhalbjahr 2014 abgeschwächt hatte, dürfte jetzt allmählich wieder etwas Fahrt aufnehmen. Ihre Dynamik wird aber wegen zahlreicher struktureller Probleme geringer bleiben als in früheren Aufschwungphasen. Dabei bleiben die Abwärtsrisiken vielfältig und beachtlich. Zur Abschwächung trug vor allem die stockende Erholung in der Eurozone und in Japan bei. Die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich und eine Reihe von Schwellenländern behielten demgegenüber ihr Wachstumstempo bei. Während die Dynamik in Asien etwas nachließ, haben die Schwellenländer in Lateinamerika sowie in Afrika und im Mittleren Osten damit begonnen, ihre Schwächephase zu überwinden. Der Rückgang der Ölpreise erhöht für sich genommen die Realeinkommen in den Abnehmerländern, bremst aber die Einkommensentwicklung in den Öl exportierenden Staaten. Per saldo dürften daraus für die globale Wirtschaft begrenzte positive Impulse entstehen.

Das deutsche Auslandsgeschäft entwickelt sich vor diesem Hintergrund positiv, aber wenig dynamisch. Das Rekordergebnis bei den Warenausfuhren vom Oktober konnte im November nicht übertroffen werden. Saisonbereinigt gingen die Ausfuhren um 2,1 % zurück. In der Tendenz blieben sie aber weiterhin aufwärts gerichtet. Die Wareneinfuhren legten im November um 1,5 % zu. Auch hier setzte sich die positive Entwicklung weiter fort. Die kurzfristigen Exporterwartungen der Unternehmen haben sich seit September merklich aufgehellt. Die Auftragseingänge aus dem Ausland und die Auslandsumsätze entwickelten sich ebenfalls positiv. Die Euroabwertung trägt zu einer spürbaren Verbesserung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft bei.

Die einschlägigen Stimmungsindikatoren im Produzierenden Gewerbe haben sich zum Jahresende aufgehellt. Auch die Produktion, die Umsätze und die Auftragseingänge in der Industrie signalisierten erste Besserungstendenzen. Im November fiel die Produktion im Produzierenden Gewerbe insgesamt zwar geringfügig niedriger aus als im Oktober (-0,1 %), das Produktionsniveau im Oktober/November lag aber merklich über dem durchschnittlichen Niveau im dritten Quartal. [3] Während sich die Erzeugung im Baugewerbe bis zum November abschwächte (-0,6 %), erhöhte sich die Industrieproduktion mit einem leichten Plus von 0,3 % den dritten Monat in Folge. Gemessen an den Umsätzen kamen die Impulse hier aus dem Ausland. Im Inland wurden in den vergangenen drei Berichtsmonaten vor allem die Umsätze von Investitionsgütern spürbar ausgeweitet. Der Absatz von Vorleistungs- und Konsumgütern blieb dagegen tendenziell rückläufig. Trotz des Rückgangs um 2,4 %, der auch auf geringe Großaufträge zurückzuführen war, sind die industriellen Auftragseingänge in der Tendenz bereits aufwärts gerichtet. Auch hier kamen die Impulse aus dem Ausland. Im Baugewerbe zeichnet sich dagegen noch keine Trendwende ab. Die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe blieben trotz geringfügigen Anstiegs im Oktober (+0,6 %) in der Tendenz rückläufig. Angesichts der nach wie vor günstigen Rahmenbedingungen für den Bau ist hier aber nicht mit einer längeren Schwächephase zu rechnen. Alles in allem hat sich das Indikatorenbild im Produzierenden Gewerbe in den vergangenen Monaten leicht verbessert.

Der private Konsum stützt weiterhin die Binnennachfrage. Die positiven Entwicklungen am Arbeitsmarkt führten im dritten Quartal 2014 zum stärksten Reallohnanstieg seit drei Jahren. Unterstützt durch niedrigere Energiepreise gab es im Vergleich zum Vorjahr ein kräftiges Einkommensplus von 1,8 %. Nach einem schwachen Sommerhalbjahr sind die Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz-Handel) im Oktober und November kräftig gestiegen und lassen ein positives Schlussquartal erwarten. Dafür sprechen auch die jüngsten Ergebnisse des ifo Konjunkturtests: Im Dezember wurde die Geschäftslage von den Einzelhändlern deutlich besser eingeschätzt als in den beiden Vormonaten. Allerdings haben sich die Erwartungen spürbar verschlechtert. Das Konsumklima der Verbraucher blieb aber ungebrochen positiv und kletterte im Januar auf den höchsten Stand seit acht Jahren.

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiterhin günstig. Die Arbeitslosigkeit ging im Dezember saisonbereinigt um 27.000 Personen zurück. Jahreszeitlich bedingt erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen auf 2,76 Mio. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg im Oktober saisonbereinigt kräftig um 42.000 und die Zahl der Erwerbstätigen im November um 11.000 Personen. Nach den Ursprungszahlen waren damit weiterhin etwas mehr als 43 Mio. Personen im Inland erwerbstätig. Da sich auch die Frühindikatoren für den Arbeitsmarkt eher etwas aufhellten, dürften sich die günstigen Entwicklungen in den kommenden Monaten fortsetzen. 

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 Hinweis:

Eine ausführliche Darstellung und Kommentierung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung wird in der Februar-Ausgabe des Monatsberichts "Schlaglichter der Wirtschaftspolitik" veröffentlicht. Diese Ausgabe wird voraussichtlich in der 5. Kalenderwoche auf der Internetseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zu finden sein.

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 [1] In diesem Bericht werden Daten verwendet, die bis zum 15. Januar 2015 vorlagen.
[2] Schnellmeldung des Statistischen Bundesamtes zum Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2014 vom 15. Januar 2015.
[3] Soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich um Veränderungsraten gegenüber der jeweiligen Vorperiode auf Basis preisbereinigter sowie nach dem Verfahren Census X-12-ARIMA kalender- und saisonbereinigter Daten. "


Quelle: BMWi-Pressemitteilungen


02.01.15 Neue Perspektiven für Hightech-Start-ups

BMWi-Pressemitteilungen:

"Gabriel: Neue Perspektiven für Hightech-Start-ups durch Verbesserungen beim Förderprogramm EXIST

Die Förderung von angehenden Gründerinnen und Gründern im Hochschulumfeld wird künftig erheblich ausgeweitet. Mit der Veröffentlichung der neuen Förderrichtlinien zu den beiden Programmlinien EXIST-Gründerstipendium und EXIST-Forschungstransfer im Bundesanzeiger am heutigen Tag setzt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die bereits im März anlässlich des Kongresses "15 Jahre EXIST" angekündigten Verbesserungen in die Tat um. Ab sofort können Antragsteller in den beiden Programmlinien von den verbesserten Konditionen profitieren. Dem Gründungsgeschehen in Deutschland soll damit zusätzliche Schubkraft verliehen werden.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel: "Die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft, die Energiewende sowie der globale Innovationswettbewerb sind zentrale Herausforderungen für die deutsche Volkswirtschaft. Sie bieten neben etablierten Industrien v. a. auch Start-ups mit ihren innovativen Ideen und ihrer unternehmerischer Tatkraft große Chancen. Gerade technologie- und wissensbasierte Gründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen, wie sie das EXIST-Programm adressiert, besitzen ein besonders hohes Innovationspotenzial. Deshalb habe ich die Gründungsförderung über EXIST deutlich gestärkt und ausgeweitet. Mit EXIST tragen wir zugleich zur Stärkung der Attraktivität des Forschungs- und Innovationsstandorts Deutschland bei."

Die Konditionen für Gründerinnen und Gründer aus der Wissenschaft werden ab dem 09.12.2014 in beiden EXIST-Programmlinien deutlich verbessert: Das EXIST-Gründerstipendium wird um 25 Prozent angehoben, die Investitionsmittel dabei von 17.000 auf 30.000 Euro fast verdoppelt. Im EXIST-Forschungstransfer fallen die Verbesserungen noch deutlicher aus. Für besonders forschungsintensive und risikoreiche Gründungsvorhaben im Hochtechnologiebereich werden die Investitionsmittel von 70.000 auf 250.000 Euro mehr als verdreifacht. Das hilft vor allem solchen Gründungsteams, die etwa in den Bereichen Cleantech, Energie oder im Life-Science-Sektor Demonstrationsanlagen bauen oder langwierige Zertifizierungen durchlaufen müssen.

Die neuen Förderrichtlinien gelten für die Dauer von sieben Jahren. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

 

EXIST-Gründerstipendium:

  • Studierende, die mindestens die Hälfte ihres Studiums absolviert haben: 1.000 Euro pro Monat
  • Technischer Mitarbeiter/Technische Mitarbeiterin: 2.000 Euro pro Monat
  • Absolventinnen/Absolventen mit mindestens einem Hochschulabschluss: 2.500 Euro pro Monat
  • Promovierte Gründerinnen und Gründer: 3.000 Euro pro Monat
  • Für Teamgründungen werden die Sachmittel auf bis 30.000 Euro erhöht
  • Eines der bis zu drei Teammitglieder kann auch mit einer qualifizierten Berufsausbildung als technische Mitarbeiterin/technischer Mitarbeiter gefördert werden.

           
EXIST-Forschungstransfer:

  • In der Förderphase I stehen zukünftig bis zu 250.000 Euro an Sachmitteln für die Vorbereitung der Gründung zur Verfügung; in begründeten Einzelfällen auch darüber hinaus.
  • In der Förderphase II kurz nach der Gründung des innovativen Hightech-Unternehmens wird ein höherer Gründungszuschuss von bis zu 180.000 Euro gewährt.


Durch die EXIST-Förderung sind in den letzten Jahren mehr als 1.800 erfolgreiche Hightech-Gründungsvorhaben gefördert worden. EXIST hat sich in der deutschen Hochschullandschaft als zentrale Stütze der Gründungsförderung fest etabliert.

Die Richtlinien und weitere Details und Erläuterungen können unter www.exist.de eingesehen werden.
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Quelle: BMWi-Pressemitteilungen / Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

12.12.13 NRW: Verfügbares Einkommen je Einwohner im Schnitt bei 20 056 Euro

Pressemitteilung von IT.NRW vom 05.12.13:

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NRW: Verfügbares Einkommen je Einwohner im Schnitt bei 20 056 Euro

Düsseldorf (IT.NRW). Im Jahr 2011 verfügte jeder Einwohner in Nordrhein-Westfalen rein rechnerisch über ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 20 056 Euro. Wie Information und Technik als statistisches Landesamt mitteilt, waren das 623 Euro mehr als ein Jahr zuvor. Mit 46 101 Euro wies Schalksmühle im Märkischen Kreis rein rechnerisch das höchste verfügbare Einkommen je Einwohner aller 396 Städte und Gemeinden in NRW auf. Attendorn im Kreis Olpe (35 262 Euro) und Blomberg im Kreis Lippe (34 748 Euro) folgten auf den Plätzen zwei und drei. Am unteren Ende der Skala rangierten Selfkant im Kreis Heinsberg (14 296 Euro) und Kranenburg im Kreis Kleve (14 229 Euro). Beide Gemeinden liegen in Grenznähe zu den Niederlanden und haben einen hohen Anteil von Einwohnern mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die ihren Arbeitsplatz im Ausland haben und in Deutschland keine Einkommensteuer zahlen.

Insgesamt belief sich das verfügbare Einkommen 2011 in Nordrhein-Westfalen auf rund 357,8 Milliarden Euro. Unter den Städten und Gemeinden des Landes erreichten die beiden Städte Köln (20,5 Milliarden Euro) und Düsseldorf (13,5 Mrd. Euro) die höchsten Einkommenssummen. Damit verfügte jeder Einwohner Kölns statistisch gesehen über 20 234 Euro. In der Landeshauptstadt lag dieser Wert durchschnittlich bei 22 873 Euro. In allen 396 Städten und Gemeinden des Landes war das verfügbare Einkommen höher als im Jahr 2010. Den größten Zuwachs des verfügbaren Einkommens ermittelten die Statistiker für die Stadt Salzkotten (+8,6 Prozent).

Unter dem verfügbaren Einkommen verstehen die Statistiker die Einkommenssumme (Arbeitnehmerentgelt und Einkommen aus selbstständiger Arbeit und Vermögen), die den privaten Haushalten nach der sog. Einkommensumverteilung, also abzüglich Steuern und Sozialabgaben und zuzüglich empfangener Sozialleistungen, durchschnittlich für Konsum- und Sparzwecke zur Verfügung steht. Es ist als Indikator für die finanziellen Verhältnisse der Bevölkerung der Gemeinden zu verstehen und ermöglicht mittelbar Aussagen zur lokalen Kaufkraft, wobei die regionale Preisentwicklung unberücksichtigt bleibt. Die vorliegenden Ergebnisse basieren auf den 2011 revidierten Ergebnissen der Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen. Die Einbeziehung neuer Datenquellen und umfassendere Berechnungsgrundlagen ermöglichten eine höhere Ergebnisqualität. Früher veröffentlichte Daten verlieren durch die Revision ihre Gültigkeit. (IT.NRW)

Ergebnisse für Gemeinden, Städte und Kreise finden Sie im Internet unter:

 http://www.it.nrw.de/presse/pressemitteilungen/2013/pdf/302_13.pdf "

Quelle: IT.NRW