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24.06.2022 NRW: 19,1 Prozent weniger Unternehmens- und 22,5 Prozent weniger Verbraucherinsolvenzen im April 2022

Pressemitteilung von IT.NRW vom 13.06.2022

 

"NRW: 19,1 Prozent weniger Unternehmens- und 22,5 Prozent weniger Verbraucherinsolvenzen im April 2022


üsseldorf (IT.NRW). Im April 2022 wurden bei den Amtsgerichten in Nordrhein-Westfalen 2 050 Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren gestellt. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, waren das 23,1 Prozent weniger als im April 2021 (damals: 2 665 Verfahren) und 19,4 Prozent weniger als im Vormonat (März 2022: 2 545 Verfahren).

320 der beantragten Insolvenzverfahren betrafen Unternehmen. Das waren 18,4 Prozent weniger als im April 2021 (damals: 392 Verfahren) und 8,3 Prozent weniger als im März 2022 (damals: 349 Verfahren). Von den im April 2022 beantragten Unternehmensinsolvenzen waren zum Zeitpunkt der Antragstellung 1 380 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betroffen, das waren 49,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat (damals: 925).

Die Zahl der Insolvenzverfahren von Verbrauchern (dazu zählen Arbeitnehmer, Rentner oder Erwerbslose) sank gegenüber April 2021 um 22,2 Prozent auf 1 350 Anträge; gegenüber dem Vormonat (März 2022: 1 726 Verfahren) verringerte sich die Zahl der Verbraucherinsolvenzen um 21,8 Prozent. Nach dem Anstieg im Vormonat scheinen sich die Zahlen diesen Monat wieder dem Vorkrisenniveau von 2019 (Zwölfmonatsdurchschnitt: 1 350) anzunähern. Neben Verbrauchern und Unternehmen gab es noch 380 übrige Schuldner mit einem Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. (IT.NRW)

(245 / 22) Düsseldorf, den 13. Juni 2022"

 

 Quelle: Pressemitteilung von IT.NRW vom 13.06.2022


23.06.2022 Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juni 2022

Pressemitteilung Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) vom 13.06.2022

 

"13.06.2022 PRESSEMITTEILUNG
Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juni 2022[1]

  • Die deutsche Wirtschaft hat sich nach dem Kriegs-Schock vorerst stabilisiert. Die Produktion verzeichnete wieder einen leichten Anstieg, wird aber weiterhin von den Kriegsfolgen gebremst. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe waren erneut von Unsicherheit geprägt und gingen spürbar zurück. Die Stimmung in den Unternehmen hat sich allerdings aufgehellt. Vor allem die Beurteilung der aktuellen Lage war deutlich optimistischer, die Erwartungen blieben gedämpft.
  • Die Umsätze im Einzelhandel haben sich im April gegenüber dem Vormonat wieder deutlich verringert, nachdem sie im März gestiegen waren. Die Stimmung unter den Verbrauchern wird maßgeblich von der Unsicherheit aufgrund des Kriegs in der Ukraine und der hohen Inflation getrübt, was sich nicht so schnell ändern dürfte
  • Die Inflationsrate erhöhte sich von April auf Mai um 0,4 Prozentpunkte auf 7,8 % und lag damit auf einem Niveau wie zuletzt im Winter 1973/74 während der ersten Ölkrise. Die Preise für Energie trugen mit rund
    4 Prozentpunkten am stärksten zur hohen Inflationsrate bei. Nahezu 1 Prozentpunkt kam von dem Preisanstieg für Nahrungsmitteln. Die Kernrate, bei der diese beiden volatilen Preiskomponenten herausgerechnet werden, blieb allerdings unverändert bei 3,8 %.
  • Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiter stabil, auch wenn die Dynamik am aktuellen Rand etwas nachlässt. Im Mai ging die registrierte Arbeitslosigkeit saisonbereinigt erneut zurück und die Erwerbstätigkeit hat im April saisonbereinigt merklich zugenommen. Die Inanspruchnahme der Kurzarbeit lag im März mit rund 0,55 Mio. Personen deutlich niedriger als im Vormonat.

DIE DEUTSCHE WIRTSCHAFT ZEIGT SICH ROBUST – AUSBLICK WEITER VON UNSICHERHEIT GEPRÄGT
Die deutsche Wirtschaft hat sich nach der russischen Invasion der Ukraine vorerst stabilisiert. Die ersten verfügbaren Indikatoren für den Berichtsmonat April entwickelten sich nach dem ersten Kriegs-Schock im März uneinheitlich. Die Industrieproduktion war leicht aufwärtsgerichtet, auch der deutsche Außenhandel erholte sich. Dennoch ist die Unsicherheit seit Kriegsbeginn nach wie vor hoch. Dies zeigte sich vor allem in den rückläufigen Auftragseingängen im Verarbeitenden Gewerbe, aber auch die Einzelhandelsumsätze haben sich wieder deutlich verringert. Die hohe Inflation zehrt an der Kaufkraft und dämpft die Konsumstimmung, auch wenn sich die Rücknahme von Corona-Beschränkungen in den konsumnahen Dienstleistungsbereichen - für sich genommen - positiv auswirkte. Die umfragebasierten Stimmungsindikatoren hellten sich im Mai auf, das ifo Geschäftsklima stieg merklich an. Dabei verbesserte sich vor allem die Beurteilung der aktuellen Lage. Die Erwartungen veränderten sich kaum.

Die Inflationsrate erhöhte sich im Mai nochmals und liegt nun mit 7,9 % auf einem Niveau wie zuletzt im Winter 1973/74 während der ersten Ölkrise. Nach wie vor sind es vor allem die Preise für Energie, die die allgemeine Teuerung treiben, aber auch die Preise für Nahrungsmittel nahmen im Mai merklich zu. Der Ausblick für die weitere wirtschaftliche Entwicklung steht damit weiter unter dem Vorzeichen der hohen Energiepreise, wobei der eingeführte Tankrabatt für eine Entlastung in den Sommermonaten sorgen dürfte. Die weitere Entwicklung ist jedoch auch von den Unsicherheiten aufgrund des russischen Angriffskriegs in der Ukraine geprägt.

WELTWIRTSCHAFT ENTWICKELT SICH ZURÜCKHALTENDER
Die Weltwirtschaft wird weiterhin vom Krieg in der Ukraine beeinflusst.
Die weltweite Industrieproduktion war im März mit -1,0 % gegenüber Vormonat rückläufig. Auch der Welthandel verringerte sich gegenüber Februar, wenn auch nur leicht (-0,2 %). Der Stimmungsindikator von S&P Global (ehemals IHS Markit) spricht für eine leichte Erholung. Er stieg im Mai auf 51,50 Punkte und lag damit weiterhin über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die ifo-Exporterwartungen waren ebenfalls etwas optimistischer als im Vormonat. Wegen der strikten Null-Covid-Politik in China mit ihren weitreichenden Schließungen ganzer Ballungsräume stehen im Hafen von Shanghai immer noch rund 3 % der weltweiten Containerfrachtkapazität im Stau. Zwar gab es in Shanghai zuletzt weitreichende Lockerungen, sollte es aber erneut zu Lockdowns solcher Größenordnungen in China kommen, dann wären verschärfte Lieferengpässe und eine weitere Verlangsamung des Welthandels nicht auszuschließen.

DEUTSCHER AUSSENHANDEL AUF ERHOLUNGSKURS
Der deutsche Außenhandel hat sich im April von seinem kriegsbedingten Rückgang erholt. Die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen sind im April saisonbereinigt um 3,2 % gegenüber dem Vormonat gewachsen. Die Ausfuhren haben damit einen Teil des Rückgangs im März (-4,5 %) wettgemacht. Im Zweimonatsvergleich ergibt sich ein leichtes Plus von 0,3 %. Die Exportpreise sind im April um 0,7 % gestiegen und dürften die Waren-Exporte in realer Rechnung leicht dämpfen.
Auch die Importe von Waren und Dienstleistungen legten im April nominal zu. Saisonbereinigt kam es zu einem Anstieg um 1,7 %. Im Zweimonatsvergleich ergibt sich ein kräftiges Plus von 8,3 %. Bei nochmals gestiegenen Importpreisen im April (+1,7 %) dürfte die reale Entwicklung schwächer ausgefallen sein.
Im Berichtsmonat April hat sich der deutsche Außenhandel mit Waren laut Statistischem Bundesamt insgesamt vom Effekt des Kriegs in der Ukraine erholt. Die erlassenen Sanktionen und Exportbeschränkungen sowie der freiwillige Rückzug aus dem Handel mit Russland hatten im Vormonat maßgeblich zum Einbruch der Ausfuhren beigetragen. Die Waren-Exporte nach Russland sanken aber auch im April nochmals deutlich um 10,0 %.

Auch bei den Waren-Importen aus Russland zeigt sich ein deutlicher Effekt: Sie brachen um 16,4 % ein. Im Gegensatz zu den Exporten waren die Importe aus Russland im Vormonat noch relativ stabil geblieben. Aus Russland importiert Deutschland vor allem Energiegüter wie Öl und Gas sowie Rohstoffe. Da diese Güter von den Sanktionen ausgenommen sind bzw. noch Übergangsfristen gelten wurde der Handel hier zunächst aufrechterhalten. Dass die Importe aus Russland nun so kräftig zurückgingen deutet darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft Importe aus Russland zunehmend ersetzt und unabhängiger von Russland wird.

Vorläufige Entspannung zeigte sich im April bei den Einfuhren aus China: Trotz langem Lockdown in Shanghai und der Schiff-Staus im dortigen Hafen sind die Importe aus der Volksrepublik China um 12,3 % gestiegen. Die deutschen Ausfuhren nach China sanken hingegen um 4,5 %. Die im April deutlich reduzierte Zahl an Container-Abfertigungen im Hafen von Shanghai konnte sich seit Mitte Mai wieder erholen und liegt nun etwa auf dem Stand von Anfang Januar. Trotz der Lockerungen in Shanghai von Ende Mai könnte es mit Verzögerung noch zu Engpässen in Deutschland kommen.

Containerdaten des IfW Kiel deuten darauf hin, dass sich die Ein- und Ausfuhren im Mai relativ stabil halten dürften. Die ifo-Exporterwartungen konnten auch im Mai nochmal zulegen (+4,5 Saldenpunkte). Der Ausblick für den deutschen Außenhandel in den kommenden Monaten fällt somit optimistischer aus als noch im Vormonat.
PRODUKTION STEIGT – WEITERHIN ABER KRIEGSBEDINGT GEDÄMPFT
Im April stieg die Produktion im Produzierenden Gewerbe um 0,7 % gegenüber dem Vormonat. Während die Industrie ihren Ausstoß nur leicht anheben konnte (+0,3 %), erholte sich der Bereich Energie deutlicher von seinem Einbruch im März (+16,1 %). Im Baugewerbe wurde die Produktion hingegen gedrosselt (-2,1 %).
Die deutsche Industrieproduktion wird derzeit durch den russischen Angriffskrieg gedämpft. Zum einen ist Deutschland als exportorientiertes Land überproportional von den Handelssanktionen gegenüber Russland betroffen. Zum anderen ergibt sich durch gestörte Lieferketten ein Mangel bei wichtigen Vorleistungsgütern. Zu Beginn des Kriegs beeinträchtigten fehlende Kabelbäume den Kfz-Bereich, zuletzt erhöhte sich hier die Produktion im April nach sehr starken Rückgang im März wieder um 6,8 %. Der gewichtige Maschinenbau reduzierte seine Produktion hingegen um 1,0 %. Generell verteuern die hohen Preise für Strom, Gas und Öl kurzfristig viele Produktionsprozesse . Im energieintensiven Bereich „Glas, Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden“ wurde die Produktion um 3,1 % gedrosselt. In der Metallerzeugung und -bearbeitung wurden die Einbußen aus dem Vormonat mit einer Steigerung um 2,3 % nur teilweise aufgeholt.
Der russische Krieg in der Ukraine sorgt nun neben der Steigerung von Energie- und Rohstoffpreisen für Knappheiten für die Produktionsprozesse wichtiger Inputs. Der Ausblick ist derzeit durch große Unsicherheit gekennzeichnet.

Vor diesem Hintergrund haben die Auftragseingänge im April gegenüber dem Vormonat um 2,7 % abgenommen. Dieser Rückgang markiert die dritte Abwärtsbewegung in Folge. Zuletzt lagen die Auftragseingänge arbeitstäglich bereinigt deutlich niedriger als ein Jahr zuvor (-6,2 %). Die Auftragslage ist allerdings nach wie vor außergewöhnlich gut. Das geringere Ordervolumen wurde vor allem von einer niedrigeren Nachfrage nach Investitionsgütern (-4,3 %), aber auch nach Konsumgütern (-2,6 %) getrieben. Die Bestellungen von Vorleistungsgütern verringerte sich indes nur leicht (-0,3 %). Geografisch schlägt ein spürbares Nachfrageminus aus dem Ausland von 4,0 % zu Buche (Euroraum -5,6 %, Nicht-Euroraum -3,0 %). Bei den Bestellungen aus dem Inland kam es zu einer Abnahme um 0,9 %. Im gewichtigen Automobilbereich ergab sich ein Orderrückgang um 8,6 %. Es gab allerdings auch einzelne Branchen, die zunehmende Auftragseingänge verzeichneten, wie der Maschinenbau (+3,8 %), die Bekleidungsindustrie (+7,7 %) und der Bereich Elektrischer Ausrüstungen (+1,3 %). Die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe hellte sich im Mai gegenüber dem Vormonat erneut merklich auf. Vor allem die Geschäftserwartungen fielen optimistischer aus, während sich die Einschätzung der aktuellen Lage nur leicht verbesserte.

EINZELHANDELSUMSATZ GEHT ZURÜCK, PREISE STEIGEN WEITER
Im Einzelhandel ohne Kfz haben sich die Umsätze im April gegenüber dem Vormonat um 5,4 % verringert, nachdem sie im März um 0,9 % zugenommen hatten. Die Umsätze lagen damit zuletzt um 0,3 % unter ihrem Niveau von einem Jahr zuvor. Dabei meldete der Handel Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren zwar ein Minus gegenüber dem Vormonat von 4,3 %, konnte allerdings gegenüber dem Vorjahresmonat ein hohes Plus von 123,4 % verbuchen. Der Internet- und Versandhandel erzielte im April gegenüber dem Vormonat einen Umsatzzuwachs von 5,4 %, während er im Vergleich zum Vorjahresmonat 9,6 % an Umsatz einbüßte. Bei den Neuzulassungen von Pkw durch private Halter kam es im Mai zu einer Zunahme um 6,4 %, nachdem im Vormonat ein spürbarer Rückgang von 11,2 % verzeichnet worden war.

Die Stimmung unter den Konsumenten wird maßgeblich durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine und die weiterhin hohe Inflation getrübt. Die beiden gängigen Frühindikatoren sprechen für eine massive Verunsicherung bei den privaten Verbrauchern: Das GfK Konsumklima dürfte sich nach seinem historischen Tiefststand im Mai nur geringfügig aufgehellt haben. Auch die ifo Geschäftserwartungen im Einzelhandel konnten im Mai per saldo nur leicht von einem sehr niedrigen Niveau aus wieder etwas zulegen.

Das Niveau der Verbraucherpreise hat sich im Mai gegenüber dem Vormonat voraussichtlich um 0,9 % und damit den sechsten Monat in Folge erhöht. Energie verteuerte sich zuletzt wieder (+2,8 %), nachdem sie sich im April verbilligte (-3,1 %). Die Preise für Nahrungsmittel nahmen im Mai spürbar zu (+2,1 %; April: +3,6 %). Die Inflationsrate, also die Entwicklung des Preisniveaus binnen Jahresfrist, legte im Mail spürbar um weitere 0,4 Prozentpunkte auf 7,9 % zu, während sie zu Beginn des Jahres noch unter 5 % gelegen hatte. Auf einem ähnlich hohen Niveau lag die Inflationsrate zuletzt während der ersten Ölkrise im Winter 1973/1974. Vor allem die Preise für Energie treiben die Inflation; sie haben sich im Zuge des russischen Kriegs in der Ukraine kräftig erhöht. So geht etwa die Hälfte der Inflationsrate auf das Konto der Energieträger zurück (rd. 4 Prozentpunkte); sie verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 38,3 %. Für den Berichtsmonat Juni ist u. a. aufgrund des Tankrabatts mit einem dämpfenden Effekt auf den Preisanstieg zu rechnen. Auch Nahrungsmittel trugen merklich zur hohen Inflationsrate mit bei (nahezu 1 Prozentpunkt); hier lag die jährliche Zuwachsrate bei 11,1 %. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) befand im Mai allerdings unverändert bei 3,8 %, zu Beginn des Jahres hatte sie jedoch noch unter 3 % gelegen. Eine rasche Entspannung des derzeit zu beobachtenden Inflationsdrucks ist angesichts der Unsicherheiten aufgrund des Kriegs Russlands in der Ukraine nicht absehbar.

ARBEITSMARKT BLEIBT STABIL, DYNAMIK SCHWÄCHT SICH ETWAS AB
Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiter stabil, auch wenn die Dynamik am aktuellen Rand etwas nachlässt. Die registrierte Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung gingen im Mai saisonbereinigt geringfügig zurück und verringerten sich um 4.000 bzw. 5.000 Personen. Damit hat sich die Abgangszahl etwas abgeschwächt. Weil im Winter weniger Arbeitslosigkeit aufgebaut wurde, fällt die Frühjahrsbelebung nun etwas schwächer aus. In Ursprungswerten verringerte sich die registrierte Arbeitslosigkeit um 50.000 auf 2,26 Mio. Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 428.000 Personen weniger arbeitslos gemeldet. Auch bei Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung setzte sich der bisherige positive Verlauf weiter fort. Die Erwerbstätigkeit erhöhte sich im April saisonbereinigt um 55.000 Personen. In Ursprungswerten waren damit 45,4 Millionen Menschen erwerbstätig, 771.000 Personen mehr als im Vorjahresmonat. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wuchs im März merklich um 31.000 Personen gegenüber dem Vormonat. Die Inanspruchnahme der Kurzarbeit lag im März mit rund 0,55 Mio. Personen deutlich niedriger als im Vormonat. Die Anzeigen der Kurzarbeit waren auch im Mai rückläufig und deuten auf einen weiteren Abbau hin. Die Anzeigen konzentrieren sich nun wieder auf das Produzierende Gewerbe. In den konsumnahen Dienstleistungen spielt die Kurzarbeit nach den Lockerungen nur noch eine geringe Rolle. Die Frühindikatoren lassen eine weiterhin günstige Entwicklung des Arbeitsmarkts erwarten. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist weiter auf hohem Niveau. Im Juni könnte sich trotzdem ein leichter Anstieg bei der registrierten Arbeitslosigkeit zeigen. Dazu dürfte maßgeblich die Fluchtmigration der vergangenen Monate beitragen.

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[1] In diesem Bericht werden Daten genutzt, die bis zum 10. Juni 2022 vorlagen. Soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich um Veränderungsraten gegenüber der jeweiligen Vorperiode auf Basis preisbereinigter sowie kalender- und saisonbereinigter Daten.
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Ausgewählte Daten zur wirtschaftlichen Lage
Stand: Juni 2022
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 Quelle: Pressemitteilung Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) vom 13.06.2022

20.06.2022 NRW Ausbildungsmarkt im Mai

Pressemitteilung Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen vom 31.05.22

 

"Pressemitteilung
Nr. 18 / 2022 – 31. Mai 2022

NRW Ausbildungsmarkt im Mai:
Mehr Stellen, aber weniger Bewerberinnen und Bewerber


Am Ausbildungsmarkt in NRW bestätigte sich auch im Mai der Trend der vergangenen Monate: Nach zwei Corona-Jahren melden Unternehmen wieder mehr Ausbildungsplätze - von Oktober bis Mai 100.150 Stellen, 7.043 mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig gab es landesweit mit 89.256 jungen Menschen weniger Interessierte an den betrieblichen Angeboten beruflicher Bildung – ein Rückgang bei den Bewerberinnen und Bewerbern um 1.893 Personen oder 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Einzige Ausnahme in NRW ist Südwestfalen, wo die Zahl der an einer Ausbildung interessierten jungen Menschen um 3,2 Prozent gestiegen ist.


„Neben den Auswirkungen der demografischen Entwicklung liegt einer der zentralen Gründe für den landesweiten Rückgang bei den Bewerberinnen und Bewerbern weiterhin in den Auswirkungen der Pandemie“, sagte Torsten Withake, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. Die Pandemie sei, „auch wenn sie gerade eher keine starke Rolle in der Öffentlichkeit spielt – noch lange nicht überwunden. Und das können wir leider gut am Ausbildungsmarkt erkennen.“

Für einige Schülerinnen und Schüler sei während der Pandemie aufgrund der vielen Herausforderungen, die die zeitweisen Schließungen der Schulen mit sich gebracht haben, die Berufsorientierung zu kurz gekommen. „Deshalb fühlen sie sich derzeit noch unsicher und vertagen die Entscheidung, statt die vielfältigen Chancen und Perspektiven, die eine Ausbildung ihnen schon jetzt zu bieten hat, klar in den Blick zu nehmen.“

Darum komme es jetzt darauf an, diesen jungen Menschen gute Informations- und Unterstützungsangebote zu machen. „Wir wollen niemanden drängen. Doch eine gute Entscheidung braucht auch eine gute Grundlage. Dazu gehört das Wissen zu Chancen und Perspektiven der beruflichen Bildung. Und auch die Möglichkeit für die Schülerinnen und Schüler, sich selbst einmal auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln.“

Die Partner am Ausbildungsmarkt starten daher bundesweit im Juni den Sommer der Berufsausbildung. „Es geht darum, die jungen Menschen noch besser bei ihren individuellen Entscheidungen unterstützen zu können. Der Sommer der Berufsausbildung ist eine bundesweite Informationskampagne. Insbesondere in NRW werden mit einer Vielzahl von Beratungs- und Vermittlungsaktionen die Agenturen für Arbeit und die Jobcentern alles daran setzen, dass noch möglichst viele Jugendliche mit einem Ausbildungsplatz in der Tasche und mit klaren Zukunftsperspektiven beruhigt in die Ferien gehen können!“

Aber auch die Praktika kämen hier nicht zu kurz, sagte Withake: „Wir knüpfen an die Praktikumsaktion aus dem April an. Diese gemeinsame Aktion mit den Partnern im Ausbildungskonsens NRW hat vielen jungen Menschen wie auch vielen Unternehmen nicht nur gut gefallen, sondern auch ganz konkret geholfen, zueinander zu finden. Nicht nur deshalb heißt es bei uns: Kein Sommer der Berufsausbildung ohne die Möglichkeit, Praktika zu machen!“

Das verstärkte Engagement für die Ausbildung lohne sich, sagte Withake: „Um die Corona-Delle zu überwinden, dürfen wir nicht nachlassen. Doch das lohnt sich: Für die jungen Menschen vor allem deshalb, da jetzt bereits klar ist, dass sie nach dem Berufsabschluss nicht nur einen guten Arbeitsplatz finden, sondern darüber hinaus auch gute Entwicklungs- und Aufstiegsperspektiven an einem spannenden, sich stark verändernden Arbeitsmarkt vorfinden werden. Umgekehrt heißt das: Jeder einzelne Ausbildungsvertrag ist wichtig für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes NRW. Wir brauchen die jungen Menschen als Fachkräfte und müssen daher alles tun, um sie für die duale Berufsausbildung zu begeistern.“

Der NRW Ausbildungsmarkt in Zahlen
Bei den Agenturen für Arbeit in Nordrhein-Westfalen sind in der Zeit von Oktober 2021 bis Mai 2022 landesweit 100.150 freie duale Berufsausbildungsstellen gemeldet worden. Das waren 7.043 oder 7,6 Prozent mehr als zur selben Zeit vor einem Jahr. Vor zwei Jahren – also im ersten Monat des Lockdowns 2020 – hatten Unternehmen in NRW 4.612 Stellen oder 4,8 Prozent weniger gemeldet.

54.699 Ausbildungsstellen waren in NRW im Mai noch frei bzw. unbesetzt. Das waren 8.305 oder 17,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Vor zwei Jahren lag die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze zu diesem Zeitpunkt um 4.943 Stellen oder 9,9 Prozent niedriger.

Weniger Bewerberinnen und Bewerber
Demgegenüber ist im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber gesunken. Im aktuellen Ausbildungsjahr meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit in NRW bis Ende Mai 89.256 junge Menschen mit dem Ziel, in diesem Jahr eine Berufsausbildung zu beginnen. Das waren 1.893 Jugendliche oder 2,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. 2020 hatten sich bis Mai 8.097 Schülerinnen und Schüler oder 8,3 Prozent mehr für eine Ausbildung interessiert. Rechnerisch kamen im aktuellen Mai landesweit auf einhundert betriebliche Ausbildungsstellen 90 Bewerberinnen und Bewerber. Vor einem Jahr waren es noch 99 Bewerberinnen und Bewerber.

Einen Ausbildungsplatz suchen aktuell noch 47.894 junge Menschen, 3.175 weniger als vor einem Monat. Von diesen haben bereits 10.043 Jugendliche eine Alternative für den Fall, dass sie die gesuchte Ausbildung nicht finden können. 37.851 Schülerinnen und Schüler haben aktuell noch keinen Ausbildungsplatz und bis jetzt auch noch keine Alternative, weshalb sie als „unversorgt“ gelten. Stellt man die unbesetzten Ausbildungsstellen und die unversorgten jungen Frauen und Männer rechnerisch einander gegenüber, kommen auf hundert unbesetzte Stellen derzeit 69 unversorgte Jugendliche. Vor einem Jahr waren es noch 85 unversorgte Jugendliche.

Der Ausbildungsmarkt in den Regionen
Die regionalen Unterschiede am Ausbildungsmarkt in NRW blieben auch im Mai deutlich. Nur in Südwestfalen gab es im vergangenen Monat mehr Bewerberinnen und Bewerber als im Jahr zuvor. Im Bergischen Land, im Münsterland gab es geringfügig weniger Bewerberinnen und Bewerber.

Die Relation von Ausbildungsplätzen zu Bewerberinnen und Bewerbern spannt sich zwischen einem Verhältnis von einhundert Stellen zu 107 Jugendlichen im Bergischen Land und 63 jungen Menschen in Südwestfalen sowie im Münsterland. In allen Regionen wurden mehr Ausbildungsplätze als im Vorjahr gemeldet. Allerdings kam es auch hier zu deutlichen Unterschieden. Während in Südwestfalen die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze um 11,6 Prozent zulegte, betrug der anteilige Zuwachs im Bergischen Land 1,2 Prozent.

Zum rechnerischen Verhältnis von Bewerberinnen und Bewerber und gemeldeten Ausbildungsstellen finden Sie weiter unten eine Grafik.

In Südwestfalen haben sich in der Zeit von Oktober bis Mai mehr Bewerberinnen und Bewerber als im Vorjahr gemeldet. Im Mai waren hier 6.475 Schülerinnen und Schüler gemeldet, 201 junge Menschen oder 3,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im selben Zeitraum wurden hier 10.260 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 1.067 oder 11,6 Prozent mehr als vor zwölf Monaten. Im Mai kamen damit auf einhundert Stellen 63 Bewerberinnen und Bewerbern. Als unbesetzt galten 5.596 Stellen, als unversorgt 2.477 junge Menschen.

Das Münsterland verbuchte annährend so viele Bewerberinnen und Bewerber wie im Vorjahr. Mit 7.548 jungen Menschen meldeten sich 23 Personen oder 0,3 Prozent weniger als 2021. Demgegenüber wuchs die Zahl der seit Oktober gemeldeten Stellen im Vergleich zum Vorjahr um 1.208 oder 11,2 Prozent auf 12.032. Auf 100 Ausbildungsstellen kamen 63 Bewerberinnen und Bewerber. Als unversorgt galten im Münsterland im Mai noch 2.493 Bewerberinnen und Bewerber. Unbesetzt waren im Mai noch 6.172 Ausbildungsstellen.

Im Bergischen Land waren im Mai 85 Bewerberinnen und Bewerber weniger gemeldet als ein Jahr zuvor. Im Verlauf des Jahres haben sich hier 8.636 junge Menschen bei den Agenturen für Arbeit gemeldet, 1,0 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Bei den Ausbildungsplätzen gab es ein Plus: Im Mai waren mit 8.044 Stellen 95 oder 1,2 Prozent mehr gemeldet als im Vergleich zum Vorjahr. Auf hundert Ausbildungsangebote kommen hier 107 Bewerberinnen und Bewerber. Von den Stellen waren Ende Mai noch 4.384 unbesetzt. Dem standen 3.745 unversorgte Jugendliche gegenüber.

Rückläufig war die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber auch in Ostwestfalen-Lippe. Insgesamt haben sich bis Ende Mai in Ostwestfalen 11.533 Jugendliche bei den Agenturen für Arbeit und Jobcentern gemeldet. Das waren 193 oder 1,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei den Ausbildungsstellen gab es im Vorjahresvergleich ein Plus von 735 oder 5,9 Prozent. Insgesamt wurden bislang 13.139 Stellen gemeldet. Auf hundert Stellen kommen aktuell 88 Bewerberinnen und Bewerber. Unbesetzt waren im Mai noch 6.847 Stellen. Als unversorgt galten im Mai 4.578 junge Menschen.

Im Ruhrgebiet legten die Stellenmeldungen von Unternehmen um 9,0 Prozent oder 2.064 Ausbildungsplätze zu. Obwohl gleichzeitig die Zahl der gemeldeten Jugendlichen zurückging, gibt es hier weiterhin mehr Bewerberinnen und Bewerber als Ausbildungsangebote. Insgesamt wurden bislang im Vermittlungsjahr im Ruhrgebiet 25.049 Stellen angeboten. Im gleichen Zeitraum meldeten sich 26.580 junge Menschen mit Interesse an einer dualen Berufsausbildung – ein Minus von 714 Jugendlichen oder 2,6 Prozent. Das Verhältnis lag bei hundert Stellenangeboten zu 106 Bewerberinnen und Bewerbern. Unbesetzt waren im Mai noch 13.823 Stellen, als unversorgt galten noch 11.437 Jugendliche.

Den absolut höchsten Rückgang bei den Bewerberinnen und Bewerbern gibt es weiterhin im Rheinland. Hier haben sich bis Ende Mai 1.079 Jugendliche oder 3,6 Prozent weniger bei den Agenturen für Arbeit und Jobcentern gemeldet als ein Jahr zuvor. Von den insgesamt 28.484 Bewerberinnen und Bewerbern im Rheinland galten Ende Mai noch 13.121 als unversorgt. Dem standen 17.877 unbesetzte Ausbildungsplätze gegenüber. Insgesamt sind seit dem Oktober im Rheinland 31.626 duale Ausbildungsplätze angeboten worden – 6,3 Prozent oder 1.874 mehr als vor einem Jahr. Auf hundert Stellen kamen Ende Mai 90 Bewerberinnen und Bewerber.

(...)

 

Weitere Informationen:

· Bewerber und Berufsausbildungsstellen - Regionaldirektionen und Agenturen für Arbeit (Monatszahlen): https://statistik.arbeitsagentur.de/SiteGlobals/Forms/Suche/Einzelheftsuche_Formular.html?topic_f=ausb-ausbildungsstellenmarkt-mit-zkt

· Detaillierte statistische Daten und Grafiken zum Ausbildungsmarkt finden Sie unter https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Navigation/Statistiken/Fachstatistiken/Ausbildungsmarkt/Ausbildungsmarkt-Nav.html.

· Kontakt zur Berufsberatung in deiner Region:
https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rd-nrw/berufseinstieg/meine-berufsberatung

· Tipps zu Praktika – darauf lohnt es sich zu achten:
https://www.arbeitsagentur.de/bildung/zwischenzeit/praktikum-machen

·  Praktikum jetzt! Aufruf zu zusätzlichen Praktikumswochen des Ausbildungskonsens NRW und des KAoA Steuerungsgremium: https://www.mags.nrw/praktikum-jetzt

· Check You! Das Online- Erkundungstool der Bundesagentur für Arbeit hilft dir, deinen beruflichen Weg zu finden: https://www.arbeitsagentur.de/bildung/welche-ausbildung-welches-studium-passt

 

Folgen Sie uns auf Twitter: @BA_NRW"

 

 

Quelle: Pressemitteilung von Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen vom 31.05.2022

22.06.2022 NRW 2021: 2,2 Prozent weniger Auszubildende als im Vorjahr – Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge steigt um 1,9 Prozent

Pressemitteilung von IT.NRW vom 17.06.2022

 

"NRW 2021: 2,2 Prozent weniger Auszubildende als im Vorjahr – Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge steigt um 1,9 Prozent

Düsseldorf (IT.NRW). Im Jahr 2021 befanden sich in Nordrhein-Westfalen insgesamt 283 224 junge Menschen in einer dualen Ausbildung. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das 2,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 105 198 Personen schlossen einen dualen Ausbildungsvertrag neu ab; dies ist ein Anstieg von 1,9 Prozent im Vergleich zu 2020. Im Vor-Corona-Jahr 2019 hatte die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge noch bei 115 671 gelegen. Das entspricht einem Rückgang von 9,1 Prozent zwischen 2019 und 2021.

Von den 283 224 Auszubildenden insgesamt waren 160 251 im größten Ausbildungsbereich „Industrie, Handel u. a.” beschäftigt. Diese Zahl sank um 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf den niedrigsten Stand der letzten 15 Jahre. Auch im „Öffentlichen Dienst” sank die Zahl der Auszubildenden um 0,6 Prozent auf 8 712 Personen. Der Bereich „Sonstige”, welcher die Hauswirtschaftsberufe betrifft, verzeichnete einen Rückgang auf 981 Auszubildende (−7,2 Prozent). In den anderen Bereichen waren Ende 2021 wieder etwas mehr Auszubildende beschäftigt als ein Jahr zuvor. Im „Handwerk” (78 915) und bei den „Freien Berufen” (27 843) stieg die Zahl jeweils um 0,3 Prozent, in der „Landwirtschaft” um 1,2 Prozent auf 6 522 Auszubildende.

Von den 105 198 Ausbildungsanfängern/-innen hatten die meisten zuvor die Hoch- oder Fachhochschulreife (44 937) erworben. Während 35 766 eine Fachoberschulreife und 19 890 einen Hauptschulabschluss als schulische Vorbildung mitbrachten, begannen 2 589 Personen eine Ausbildung ohne Schulabschluss. Weitere 2 019 Ausbildungsanfänger/-innen hatten einen Schulabschluss im Ausland erlangt, der keinem deutschen Schulabschluss zuzuordnen war.

Im „Öffentlichen Dienst” gab es den größten Anteil an neuen Auszubildenden mit Hoch- oder Fachhochschulreife (72,8 Prozent); im Bereich „Industrie, Handel u. a.” brachte jede/-r Zweite neue Auszubildende diesen Schulabschluss mit. Die geringsten Anteile an neuen Auszubildenden mit (Fach-)Abitur waren in den Ausbildungsbereichen „Handwerk” und „Sonstige” zu verzeichnen. Hier hatten die Auszubildenden zuvor am häufigsten eine Fachoberschulreife („Handwerk”: 41,6 Prozent) bzw. einen Hauptschulabschluss erworben („Sonstige”: 43,3 Prozent).

IT.NRW als Statistisches Landesamt erhebt und veröffentlicht zuverlässige und objektive Daten für das Bundesland Nordrhein-Westfalen für mehr als 300 Statistiken auf gesetzlicher Grundlage. Dies ist dank der zuverlässigen Meldungen der Befragten möglich, die damit einen wichtigen Beitrag für eine informierte demokratische Gesellschaft leisten. Nur auf Basis aussagekräftiger statistischer Daten können Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft getroffen werden. (IT.NRW)


(250 / 22) Düsseldorf, den 17. Juni 2022


Ergebnisse zur Zahl der Auszubildenden nach Ausbildungsbereichen für kreisfreie Städte und Kreise in der Landesdatenbank NRW [1]
Weitere Ergebnisse zur Berufsbildungsstatistik in der Landesdatenbank NRW [2]

[1] https://www.landesdatenbank.nrw.de/ldbnrw/online?operation=result&code=21211-01iz#abreadcrumb
[2] https://www.landesdatenbank.nrw.de/ldbnrw/online?operation=statistic&levelindex=0&levelid=1654750266390&code=21211#abreadcrumb"

 

 Quelle: Pressemitteilung von IT.NRW vom 17.06.2022

15.06.2022 NRW: Unternehmensinsolvenzen im 1. Quartal 2022 um 14,4 Prozent und Verbraucherinsolvenzen um 17,9 Prozent gesunken

Pressemitteilung von IT.NRW vom 09.06.2022

 

"NRW: Unternehmensinsolvenzen im 1. Quartal 2022 um 14,4 Prozent und Verbraucherinsolvenzen um 17,9 Prozent gesunken

Düsseldorf (IT.NRW). Von Januar bis März 2022 wurden bei den Amtsgerichten in Nordrhein-Westfalen 6 768 Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das 15,0 Prozent weniger als ein Jahr zuvor (damals: 7 965 Fälle). Die Höhe der voraussichtlichen Forderungen (d. h. alle Forderungen, die von den Gläubigern bis zum Zeitpunkt der Datenübermittlung an die Statistiker bei den Amtsgerichten angemeldet wurden) summierte sich im ersten Quartal auf 11,15 Milliarden Euro (Januar bis März 2021: 3,91 Milliarden Euro). Das war fast dreimal so viel wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Die rückläufige Entwicklung zeigte sich sowohl bei den Unternehmens- als auch bei den Verbraucherinsolvenzen: 912 Insolvenzverfahren in Nordrhein-Westfalen betrafen Unternehmen; das waren 14,4 Prozent weniger als im ersten Quartal 2021 (damals: 1 065 Unternehmensinsolvenzen). Zum Zeitpunkt der Antragstellung waren 2 767 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von einer Unternehmensinsolvenz betroffen; das waren etwas weniger als die Hälfte (−46,1 Prozent) gegenüber Januar bis März 2021 (damals: 5 136 Beschäftigte). Die voraussichtlichen Forderungen beliefen sich im ersten Quartal 2022 auf 1,01 Milliarden Euro und waren damit um 71,0 Prozent niedriger wie ein Jahr zuvor (damals: 3,49 Milliarden Euro).

In den von den Maßnahmen aufgrund der Covid-19-Pandemie besonders betroffenen Wirtschaftszweigen waren die Entwicklungen identisch: So lagen die Insolvenzzahlen vom ersten Quartal 2022 im Vergleich zu den durchschnittlichen Quartalswerten der Jahre 2020 und 2021 in der Beherbergung (z. B. Hotels, Ferienwohnungen, Campingplätze), in der Gastronomie, im Einzelhandel und bei Reisebüros und Reiseveranstaltern unter dem Krisenniveau dieser Jahre.

Die Zahl der Insolvenzverfahren von Verbrauchern (dazu zählen Arbeitnehmer, Rentner oder Erwerbslose) sank gegenüber dem ersten Quartal 2021 (damals 5 551 Verfahren) um 17,9 Prozent auf 4 555. Ein möglicher Zusammenhang für den Rückgang der Verbraucherinsolvenzen gegenüber dem ersten Quartal 2021 könnte das Ende 2020 beschlossene Gesetz zur weiteren Verkürzung der Restschuldbefreiung sein. Infolge dessen könnten die Schuldner ihre Insolvenzanträge zurückgestellt und diese Anfang 2021 gestellt haben. Gegenüber dem vierten Quartal 2021 gingen die Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bei den Verbrauchern um 6,4 Prozent (damals 4 868 Verfahren) zurück. Damit scheinen sich die Zahlen der Verbraucherinsolvenzen langsam dem Vorkrisenniveau von 2019 (Quartalsdurchschnitt: 3 949) wieder anzunähern. Die voraussichtlichen Forderungen hingegen sind überdurchschnittlich angestiegen auf 9,89 Milliarden Euro (Januar bis März 2021: 0,23 Milliarden Euro). Das war fast 43-mal so viel wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Hintergrund sind stark erhöhte Forderungssummen bei einer kleineren Zahl der Verfahren. Ferner beantragten noch 1 301 weitere Schuldner die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. (IT.NRW)


(238 / 22) Düsseldorf, den 9. Juni 2022


Weitere Informationen:
Beantragte Insolvenzverfahren in NRW im ersten Quartal 2021 und 2022 nach Gemeinden (Gemeindeergebnisse)
https://www.it.nrw/atom/15522/direct

Unternehmensinsolvenzen in NRW nach ausgewählten Wirtschaftsbereichen 2020, 2021 und 1. Quartal 2022
https://www.it.nrw/atom/15525/direct

Vorläufige Ergebnisse auf Landesebene für März 2022 [1]
[1] https://www.it.nrw/nrw-89-prozent-weniger-unternehmens-und-313-prozent-weniger-verbraucherinsolvenzen-im-maerz-2022"

 

 Quelle: Pressemitteilung von IT.NRW vom 09.06.2022